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Aeham Ahmad, der Pianist aus den Trümmern, in der Waldorfschule

International bekannt geworden ist Aeham Ahmad durch sein Klavierspiel inmitten der Trümmer des umkämpften Palästinenser-Lagers Yarmouk bei Damaskus. Der dort 1988 geborene Musiker spielte auf einem Klavier, welches er unter Lebensgefahr für seine Auftritte auf einem Wasserwagen durch die zerbombten Straßen fuhr. 

Nun gab er am Freitag, dem 25. Mai, vormittags ein Gesprächskonzert vor den Schülern ab der 7. Klasse und abends ein öffentliches Konzert.

Dazu schreibt eine Schülerin:
Wir, die Schüler der Freien Waldorfschule Marburg, hatten das Glück, ihm und seiner hinreißenden Musik zuzuhören. Er hat uns aus seinem Leben erzählt, von seiner Familie, seinen Gedanken über den Krieg und was am Ende zählt.
Er erzählte, wie sein Vater ihm geraten hatte, Klavier zu spielen, weil es ihn wohl am weitesten bringen würde. Seit seinem fünften Lebensjahr lernte er Klavierspielen.
Er sagte, dass er sich im Klavierspielen verlieren könne und dass er für einen Moment nicht an all das Grausame denken müsse.
Es war eine Ehre, ihm zuzuhören und es hat unheimlich viel Freude gemacht, als wir mit gesungen haben und alle Fragen stellen durften, die uns in den Sinn kamen. Es gab auf einmal keine Grenzen mehr und wir waren alle eins, ein Erlebnis, das wir bestimmt nie vergessen werden!
Man kann wohl mit Recht sagen, dass diese Begegnung uns wieder die Flüchtlingsproblematik vor Augen geführt hat. Schon lange sprechen wir nicht mehr darüber, dass nach wie vor Flüchtlinge über das Mittelmeer – genauso wie Aeham Ahmad – kommen und eine Heimat suchen. Flüchtlinge nennen wir nun „Einwanderer“, oft auch noch versehen mit dem Adjektiv „illegale Einwanderer“.

Dies wurde auch am Abend bei der öffentlichen Aufführung besonders deutlich, als das Konzert mit ein paar Worten zur Flüchtlingsproblematik von der Geschäftsführerin der Hilfsorganisation für Not- und Katastrophenhilfe stART international e.V., Barbara Schiller, eingeleitet wurde. Zwischen den einzelnen Musikstücken las dann Barbara Schiller aus dem sehr beeindruckenden Buch „Und die Vögel werden singen: Ich, der Pianist aus den Trümmern“ von Aeham Ahmad, das alle seine schrecklichen Erlebnisse, aber auch seine Hoffnung beschreibt.

Hubertus von Tschammer
Alara Gülecoglu-Park

Aeham Ahmad mit Barbara Schiller (stART international e.V.) und Hubertus von Tschammer · © C/W und FWS Marburg

 

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