es wird eingespannt
Die 3. Klasse beschäftigte sich eine Epoche lang mit dem Thema "Vom Bauern und
vom Korn". Die Kinder sollten begreifen, wie sich der Mensch, hier speziell der
Bauer, mit der Welt auseinander setzt und die Erde gestaltet.
Wir begannen damit uns über den Tagesablauf eines Bauern Gedanken zu machen,
und lernten so schnell einen wichtigen Teil seiner Arbeit kennen. Den Acker.
Die Klasse hörte vom Pflügen und vom Eggen, lernte einen alten Pflug genau
kennen und wussten bald, dass es fast ein Jahr dauert, bis aus dem gesäten
Getreide endlich ein Brot entstehen kann.
die Rösser ziehen den Pflug
Die Klasse lernte die Getreidearten zu unterscheiden, den alten Säspruch
sprechen, und freute sich sehr dieses theoretische Wissen nun bald in die Tat
umsetzen zu können.
Ein Vater der Klasse, Herr Thun, stellte uns in Dexbach einen gut vorbereiteten
Acker zur Verfügung, und am 14.10.2003 wurden wir am Morgen durch die Hilfe
vieler "fahrender" Eltern nach Dexbach gebracht.
die wohlverdiente Pause
Der Acker wurde erkundet, und nach kurzer Zeit begannen viele fleißige
Pferdchen, mit dem alten Kuhpflug die ersten Furchen in den Acker zu ziehen.
Das dies sehr anstrengend war, stellten viele Kinder auch überrascht dadurch
fest, das ihr Klassenlehrer bald in "Schweiß gebadet" war, und es dem uns
begleitenden Herrn Becker nicht besser erging. Jede Gruppe dufte jeweils zwei
Furchen ziehen und sich dann von den Anstrengungen erholen.
Nach einer kurzen Stärkung wurde parallel damit begonnen die Egge über den eben
gepflügten Acker zu ziehen, und immer wieder tauchte die Frage auf, wann denn
endlich gesät werden konnte.
die Egge im Einsatz
Dann war es soweit, drei Gruppen von Kindern säten Weizen, Roggen und Gerste,
und mit großem Ernst wurden mit dem erarbeiteten Säspruch ganz gleichmäßig und
in gemeinsamem Schwung, die Körner über das Land gestreut.
Bemesst den Schritt! Bemesst den Schwung!
Die Erde bleibt noch lange jung!
Dort fällt ein Korn, das stirbt und ruht,
Die Ruh ist süß, es hat es gut.
Hier eins, das durch die Scholle bricht,
Es hat es gut, süß ist das Licht.
Und keines fällt aus dieser Welt,
Und jedes fällt, wie´s Gott gefällt.
Glücklich und erschöpft brachen wir nach getaner Arbeit dann wieder auf, und
nun warten alle gespannt darauf was sich auf "unserem" Acker tut, und alle
guten Wünsche sollen dabei helfen, das wir im kommenden Jahr genug Korn ernten
können, um damit unser eigenes Mehl zu mahlen und schließlich das Brot essen zu
können, das wir uns selber im Schweiße unseres Angesichts erarbeit haben. Denn:
Es gibt kein Brot das besser schmeckt.
T. Trepte, Klassenlehrer, im Oktober 2003