in der Rheinebene nahe Mühlhausen standen sich vor etwas mehr als 2000 Jahren zwei Feldherren gegenüber, beide im Begriff, Gallien zu erobern. Der eine kam vom Süden über die Alpen, der andere vom Osten über den Rhein. Caesar, der Römer, und Ariovist, der Germane, boten sich die Stirn.
Caesar ritt dicht hinter der Vorhut seines Heeres, umgeben von seinem Heeresstab, im Gespräch mit seinem Freund Junius Brutus und dem General Decimus Brutus.
Junius Brutus schmeichelte ihm: „Du hast stets eine glückliche Hand! Fortuna ist dir geneigt!“ Doch Julius Caesar wiegelte ab: „Berufe nicht das Glück, Junius, es ist wandelbar! Wir wollen Fortuna heute Abend ein Opfer darbringen.“ Doch da wies Decimus Brutus in die Höhe und rief: „Sieh hinauf, Imperator, Fortuna selbst gibt dir ein Zeichen: zwei Adler, hoch in den Lüften, weisen dir den Weg!“
Schon nach kurzer Zeit kamen Vorreiter auf sie zugesprengt und meldeten, das germanische Heer käme bald in Sicht.
Caesar erteilte ruhig und umsichtig seine Befehle zur Vorbereitung der Schlacht. Noch ehe das befestigte Feldlager eingerichtet war, wurden die Römer von einem Angriff der Germanen überrascht. Caesar stand auf dem Feldherrnhügel und beobachtete das Geschehen, Ariovist preschte von einer kämpfenden Gruppe zur anderen, feuerte seine Männer an und war ihnen ein beflügelndes Vorbild. Die Sache begann, für die Römer schlecht zu stehen. Die wild kämpfenden Germanen zerrieben bedrohlich schnell die äußeren Legionärsreihen.
Caesar erteilte einigen Gruppen schon den Rückzugsbefehl, wartete jedoch noch mit dem Einsatz der Reserve, denn er hatte schon eine Weile den Himmel ebenso fest im Blick wie den Schlachtverlauf. Über den Bergen türmten sich schwarze Wolken und schickten sich an, über die Ebene zu ziehen, um sich dort in einem gewaltigen Gewitter zu entladen. Caesar wusste aber bereits über seinen Gegner Bescheid. Für eine Schlacht waren den Germanen Blitz und Donner äußerst ungünstige Zeichen der Götter. Und so kam es, wie es der römische Feldherr vorausgesehen hatte. Als das Gewitter losbrach, sank den Germanen der Kampfesmut, und sie wandten sich Hals über Kopf zur Flucht. Die Römer hatten nun leichtes Spiel, setzten den fliehenden Kämpfern nach, errangen den Sieg und warfen die Germanen in die Gebiete rechts des Rheines zurück.
Fortuna blieb Caesar noch lange zugetan! Er eroberte ganz Gallien und fügte es dem Römischen Reich ein.
Euch, lieben Schülerinnen und Schülern der 6. Klasse, wünsche ich für die Eroberungszüge in die Weiten der verschiedenen Stoffgebiete dieses Schuljahres ebenso viel Überblick, Geistesgegenwart und Glück!
Gerhard Stocker