Die Idee, eine Klassenfahrt nach England zu unternehmen, hatte unser Englischlehrer, Herr Bröcher, schon vor längerer Zeit. Dass dieses Vorhaben – zwar in etwas abgespeckter Form – doch noch realisiert werden konnte, erfreute letztlich die meisten SchülerInnnen der 10. Klasse. Statt der avisierten 9 Tage fuhren wir nun von Samstag, dem 9., bis Samstag, den 16. Juni 2001. Pünktlich – nach 16 Stunden Busfahrt und der Fährüberfahrt von Calais nach Dover – kamen wir um 21:00 Uhr Ortszeit in Torquay an.
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Maddalena, Ann-Christin, Lisa und Anne bei der Fährfahrt nach Dover
Dort wurden wir, wie vorher festgelegt, immer zu zweit von unseren Gastfamilien in Empfang genommen und in unsere Unterkunft mitgenommen. In manchen Familien gab es gleichaltrige Jugendliche, in den meisten jedoch waren wir mit den Gasteltern alleine. Teilweise waren die Unterkünfte gewöhnungsbedürftig und die Gastfamilien wenig kommunikativ, was aber, da wir fast den ganzen Tag unterwegs waren, nicht so schlimm war. Auf der anderen Seite gab es auch positive Erfahrungen in den Familien, so z.B. die Teilnahme an einer abendlichen Party, gemeinsame Fernsehstunden oder Plauderstunden beim Abendessen.
Der Sonntag war von unseren Lehrern (außer Herrn Bröcher begleitete uns noch Frau Wesemeyer) eigentlich als „Tag in den Familien“ geplant – diese sahen das aber anders, so dass sich am Strand von Torquay bald drei Viertel der Klasse getroffen hatten.
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Ein Teil unserer Klasse auf der abgrenzenden Mauer zwischen Straße und Strand
Das Wetter ließ es an diesem Tag sogar zu, dass einige baden gingen. So verbrachten wir den Tag und trafen uns auch nach dem Abendessen in den Familien wieder am Strand. Der Strand war auch in den kommenden Tagen ein beliebter Treffpunkt. So auch am Montag, als wir uns nach dem vormittäglichen Unterricht dort trafen, um in den kleinen, typisch englischen Ort Cookington zu laufen und uns dort nach Tee und Gebäck im Park niederließen. Dort bewies Herr Bröcher sein sportliches Geschick im Frisbee- und im Fußballspielen. Hier entstand die Idee an einem der folgenden Tage (Donnerstag) „Rounders“ zu spielen (eine Kombination aus Baseball und Brennball).
Dienstagmorgen wurden die weiter weg wohnenden Schüler von unserem immer freundlichen Busfahrer David abgeholt, so dass der Unterricht einigermaßen pünktlich um 9:30 Uhr beginnen konnte. Wir wurden in die bekannten A- und B- Gruppen eingeteilt und von Herrn Bröcher, Frau Wesemeyer und Chris – einem in Torquay wohnenden Engländer – unterrichtet. Im Gegensatz zu Herrn Bröcher und Frau Wesemeyer, die konventionellen Unterricht hielten, bevorzugte es Chris, der stets von einem Ferienaufenthalt sprach, zu erzählen: z.B. von seiner Zeit als Sanitäter im Golfkrieg. Bis 12:00 Uhr saßen wir täglich in den zwei kleinen Räumen und „lernten Englisch“. Am Nachmittag fuhren wir mit dem Bus an einen etwas entlegeneren Strand.
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Frau Wesemeyer, Herr Bröcher, Christian und Marius am Strand
Auch am Mittwoch war es trocken, so dass wir am Nachmittag ins Dartmoor fuhren. Dort kletterten wir auf einen Felsen und genossen die weite Aussicht. Anschließend brachte uns der Bus nach Widdecombe in the Moor, einem kleinen Ort mit vielen Geschäften, wo wir einige Zeit verbrachten. Pünktlich zum Abendessen um 18:00 Uhr waren wir in Torquay zurück. Das „Dinner“ in den Familien rief unterschiedliche Ansichten über die Englische Küche hervor – auch wenn einige mit Mikrowellenkost vorlieb nehmen mussten, war die Mehrheit unserer Klasse zufrieden. Am Abend wurde Verschiedenes unternommen.
Nach dem Unterricht am Donnerstag liefen wir durch den Ort zu einem Sportplatz, um dort die „Rounders-Idee“ in die Tat umzusetzen. Leider verließ uns ausgerechnet hier das schöne Wetter, und wir wurden "klatschnass", so dass der Heimweg für viele unangenehm war.
Am Freitag war der Nachmittag eigentlich zum Einkaufen vorgesehen, aber der Vorschlag, ins Schwimmbad zu gehen, fand großen Anklang. Das Schwimmbad in Torquay zeichnete sich vor allem durch extrem strenge Bademeister und ein zu chlorhaltiges Wasser aus. Nach zwei lustigen Stunden verließen wir das Schwimmbad und begaben uns nach Hause.
Am Samstag hieß es wiederum früh aufstehen, da die Abfahrt für 7:00 Uhr angesetzt war. Obwohl wir diese Zeit einhielten, verpassten wir unseren Fährtermin in Dover und mussten rund 1,5 Stunden warten. So kamen wir recht erschöpft um 0:00 am Großsportfeld in Marburg an und hatten eine schöne Klassenfahrt hinter uns!
Sicherlich lässt sich das Projekt noch optimieren, trotzdem waren wir glücklich, die Klassenfahrt unternommen zu haben!
Tobias Herden