Liebe Schülerinnen und Schüler der 12. Klasse,

die Zeit ist uns so wichtig, dass wir stets eine Uhr bei uns haben und wir unterwerfen uns so dem Diktat der Uhr (Und dennoch, so zeigt der Schulalltag, ist Punkt 8:00 Uhr recht relativ ...).

Obwohl der Begriff Zeit uns ganz geläufig ist, ist das Phänomen Zeit so vielschichtig, dass wir große Probleme haben, wenn wir das Phänomen Zeit erklären wollen. Es ist so komplex, dass wir z. B. im Lexikon mehrere Seiten darüber finden können.

Die Grundlage der Zeitmessung ist heute nicht mehr der Rhythmus der Sonne, von Tag und Nacht. Seit 1967 wird die Sekunde nach Schwingungsvorgängen im Atom definiert: eine Sekunde ist die Dauer von 9 162 631 770 Schwingungen, die eine elektromagnetische Strahlung ausführt, die entsteht beim Übergang von zwei Energiestufen des Elementes Caesium 133 - ist Ihnen nun alles klar?

Doch es gibt neben dieser physikalischen Zeit, auch objektive Zeit genannt, die subjektive Zeit, die Erlebniszeit. Von Albert Einstein - der die Grundlage für die Einführung der eben genannten Definition mit der großen Zahl geschaffen hat - wurde die Erlebniszeit in das folgende Bild gebracht: Wenn man mit einem netten Mädchen 2 Stunden zusammen ist, hat man das Gefühl, es seien 2 Minuten. Wenn man 2 Minuten auf einem heißen Ofen sitzt, hat man das Gefühl, es seien 2 Stunden.

Sie kennen die Erlebniszeit auch aus dem Unterricht: Es gibt Stunden, da schleicht die Zeit träge dahin, Sie schauen ständig auf die Uhr. Aber es gibt auch Stunden, wo Sie völlig überrascht durch das Pausenläuten in Ihrem Tun unterbrochen werden.

"Was verkürzt mir die Zeit?
Tätigkeit!
Was macht sie unerträglich lang?
Müßiggang!"
(Goethe)

In den nächsten Monaten verlangen der Unterricht und das Klassenspiel Ihren Einsatz. Um dies in rechter Weise zu bewältigen, werden Sie Ihre Zeit gut einteilen müssen, d. h. objektive und Erlebnis-Zeit in Einklang bringen. Dann wird es durch Ihre Tätigkeiten eine erfüllte Zeit werden.

Ich wünsche Ihnen, dass es Ihnen bestens gelingen möge!

Karl-Fr. Georg