Lieber Herr Hagemann,
"Herr Hagemann ist ein liebenswürdiger Mensch," dieses Urteil über Sie habe ich oft gehört.
Seit ca. 1980, in dieser Zeit meldeten Sie ihre älteste Tochter bei uns an, dann folgten unter den drei Töchtern auch ein Sohn, Joss. Mit einem nicht leichten Schicksal, begleiteten Sie und Ihre Frau mit Wohlwollen oder auch mit konstruktiver Kritik unser gemeinsames Schulschicksal. Ich habe immer bewundert, wie Sie als Ehepaar auch in der Schärfe der Kritik wohlbegründete Unterschiede wahrten, es also unter Ihnen keine einhellige Meinung gab. Gerade dieses konstruktive, wohl kritische Element, das Sie, Herr Hagemann, in ruhiger und sachlicher Form vortragen konnten, qualifizierte Sie für die Arbeit in unseren Gremien.
Viele Jahre waren Sie im Elternbeirat, bevor Sie nun zwölf Jahre die Arbeit im Vorstand mitgestaltet haben. Eine besondere Qualität von Ihnen möchte ich noch hervorheben: Sobald Sie angefangen haben zu sprechen, trat in mir das Gefühl auf, dieser Mensch lebt mit einem völlig anderen Zeitgefühl und Zeitbewusstsein. Gerade diese bedachte Langsamkeit führte aber in aufgeheizten Situationen zur Versachlichung. Sie waren für mich dadurch ein lebendiges Beispiel für die ausgesprochenen Qualitäten, die Nadolny in seinem Buch "Die Entdeckung der Langsamkeit" positiv schildert.
In diesem Sinne möchte ich Ihnen im Namen des Kollegiums für die so unendlich vielen Stunden der Arbeit im Vorstand danken, und Dank auch an Ihre Frau, die diese Zeit bei aller kritischen Begleitung, immer mitgetragen hat.
Rudolf Heymann