Terminhinweise

  • 26. März 2019Ausstellung in der Waldorf-Galerie
  • 13. April 2019Osterferien
  • 29. April 2019 16:00Offene Sprechstunde des Kindergartens und der Kinderstube
  • 3. Mai 2019 17:00Finissage in der Waldorf-Galerie
  • 4. Mai 2019 11:00Flohmarkt
  • 4. Mai 2019 11:00Reparaturwerkstatt in der Schule
  • 6. Mai 2019 16:30Offene Sprechstunde der Schule
AEC v1.0.4


Weitere Hinweise finden Sie im Terminkalender

Einblick in den Handarbeitsunterricht der 4. Klasse

Von Miriam Wagner

Der Inhalt des Unterrichtes richtet sich in der Handarbeit wie in allen anderen Fächern nach der Entwicklung des Kindes. Nachdem die Schüler mit dem Abschluss der dritten Klasse den sogenannten „Rubikon” überschritten haben und bereit sind, in der Welt einen neuen Standpunkt zu suchen, haben die Kinder das Bedürfnis sich abzugrenzen, zu zentrieren und eine neue, innere Ordnung zu finden. Um diese Qualitäten zu fördern, werden dem Kind auch in der Handarbeit durch das Kreuzen (z. B. der Kreuzstich oder Flechtarbeiten) Entwicklungshilfen an die Hand gegeben. Auch in der Eurythmie und z. B. beim Formenzeichnen (Langobardische Muster) tauchen verstärkt Kreuzungselemente auf. In der Handarbeit soll grundsätzlich nicht nur etwas Sinnvolles gearbeitet werden, sondern es soll auch sinnvoll – sich nach dem Verwendungszweck richtend – künstlerisch und beweglich gestaltet werden ohne schon innerlich durch feste Motivvorstellungen gebunden zu sein. Dabei entwickeln die Schüler ein Gespür für die Wirkung von Farben und Formen und setzen sich gedanklich intensiver mit dem Werkstück auseinander. So spielen für die Entwicklung der Kinder nicht nur die verschiedenen Arbeitstechniken eine wichtige Rolle, sondern ebenso die Farb- und Formgestaltung. In der 4. Klasse werden Taschen mit dem Kreuzstich (jedes Kreuz wird für sich fertig gestickt) gearbeitet und das Muster wird dabei gespiegelt. Das Fertigstellen eines jeden einzelnen Kreuzes hat etwas sehr Ordnendes. Durch das Musterspiegeln muss das Kind innerlich die Kreuzung nachspüren. Ist die Vorderseite der Tasche bestickt, lernen die Schüler verschiedene Sticharten kennen und sie mit den Fachausdrücken zu benennen. Sehr geordnetes und akkurates Nähen wird wichtig und wirkt sich auf die Qualität der Arbeit aus. Die Aufgaben in der 4. Klasse bestehen im Wesentlichen aus dem Besticken der Taschen und dem anschließenden Zusammennähen und Füttern. Jedes Werkstück ist eine Pracht für sich und zeigt den Schatz eines ganzen Schuljahres.

 

Gedanken einer Schülerin zur Handarbeit in der 4. Klasse

Von Marisa van Gestel

Schwupp!

Schwupp!
Schieb ich die Nadel durch’s Loch.
Siehst du meinen Faden noch?
Nein, der ist ganz gut versteckt,
hinter dem Stramien:
drehst du’s um, dann siehst du ihn.

Es muss sich wirklich lustig anfühlen,
mal die flinke Nadel zu spielen:
hoch, runter, links, recht geschmeidige
Stoffe durchfliegen.
Doch nur, wer sich Mühe macht,
kann ein Werk zustande kriegen.

Und weitere Gedanken:

„Von unten links nach oben rechts,
von oben rechts nach oben links,
von oben links nach unten rechts und Sprung!“

Geht es hier etwa um ein altehrwürdiges Hüpfspiel aus Großmutters Zeiten oder vielleicht um ein neues Tafelwischprogramm? Natürlich nichts von alledem.

Wir befinden uns im Handarbeitsunterricht der 4. Klasse. Schöne Stickarbeiten sollen entstehen. Jedes Kind entwirft eine gespiegelte Zeichnung, die nur mit drei Farben ganz vielfältig aussieht. Aufgabe ist es, das Bild so zu gestalten, dass man allein durch das Betrachten erkennen kann, wo oben und wo unten sein soll. Das sieht man nämlich sofort, wenn das Kind unten fest und dunkel und oben licht und hell gemalt hat.

Also:

„Unten fest und dunkel,
dann kommt der Runkelmunkel.
Ach nein!
Unten fest und dunkel
und oben licht und hell,
sonst fällt alles heraus ganz schnell!“

Man muss wissen, das mit „Herausfallen” hängt damit zusammen, dass die 4. Klasse mit dem Kreuzstich verzierte Taschen herstellen wird. Da muss man schon acht geben, dass in großer Eile nichts aus der Tasche herausfallen kann. Die Kinder können dabei wählen, ob sie eine Flötentasche, ein Nähtäschchen, eine Hirtentasche oder einen Rucksack machen wollen. Und nun geht es los! Jedes Kind bekommt ein richtig zugeschnittenes Stück Stramin als Stickgrund. Das muss vorerst sorgfältig mit Nadel und Faden umrandet werden, damit es später nicht ausfranst. Jetzt müssen die Kinder genau abmessen, wo die Mitte ist, und an dieser Stelle ein Fädchen durch den Stramin ziehen. Nur so kann das Muster beim Sticken von der rechten auf die linke Seite gespiegelt werden. Nach all diesen Vorarbeiten können die Kinder endlich mit dem Sticken beginnen. Jedes Kind fängt zunächst mit dem Sockel für sein Muster an. Das bedeutet bis zu zehn lange, langweilige Reihen Kreuzstich: „Von unten links … … — und Sprung“. Und das alles in der selben dunklen Farbe! Nach diesen zehn Reihen hat auch der letzte Schüler begriffen, wie der Kreuzstich geht. Ist der Sockel fertig, reihen sich bald Kreuzchen an Kreuzchen farbig und bunt. Das Muster klettert stetig aufwärts, dass es eine wahre Freude ist.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.